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Kaufhaus Remscheid
Markt 17
42853 Remscheid
Tel.: 02191/58959-0
Fax: 02191/58959-66

Öffnungszeiten
Mo.-Fr.: 10.00 - 18.00 Uhr
Sa.: 10.00 - 14.00 Uhr

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Mitarbeiter lehren Toleranz und Respekt

"Begegnung mit Armut in Remscheid" nannte sich eine Gruppe bei der Projektwoche am EMA-Gymnasium. Leonie Stäblein (17) war daran beteiligt und berichtet davon.

Was ist Armut? Ab wann ist ein Mensch arm? Was tun, wohin gehen, wenn man bedürftig ist, und wie kann man diesen Menschen helfen? Fragen, mit denen sich Schüler des Remscheider EMA-Gymnasiums innerhalb der Projektgruppe "Begegnung mit Armut in Remscheid" beschäftigt haben. Armut ist kein Tabu-Thema.

Dafür machten sie sich auf zu verschiedenen sozialen Projekten, um ganz praktisch mitzuarbeiten, mit anzupacken. In Zweier- oder Dreier-Gruppen verbrachten sie je einen Tag bei zwei sozialen Projekten. Von der Remscheider Tafel, über das Kaufhaus Remscheid, bis hin zum MediMobil - überall wurde fleißig mit angepackt, Vorurteile wurden überwunden und überraschend positive Erfahrungen gemacht. Die Erkenntnis der Schüler: Armut in Remscheid ist kein Tabu-Thema und sollte auch nicht als solches behandelt werden.

Mit Toleranz, tatkräftigen Händen und einem Lächeln kann man zwar Armut in Remscheid nicht aufhalten, aber helfen, um bedürftigen Menschen ein wenig Glück und Freude zu schenken. Eigene Eindrücke ...Mittwochmorgen, 9.30 Uhr, das Kaufhaus Remscheid öffnet seine Türen. Ich gehöre zum ersten Mal zu den Besuchern, und ich weiß selbst nicht, warum ich immer so achtlos an diesem riesigen Gebäude am Remscheider Markt vorbeigelaufen bin.

Im Kaufhaus Remscheid

Ich betrete das Kaufhaus und sehe in freundliche Gesichter, gefolgt von einem ebenso freundlichen "Guten Morgen". Ich bin ehrlich: Vollkommen freiwillig bin ich nicht hier, denn es handelt sich hierbei um eine Art "Exkursion" im Rahmen
der Projekttage meiner Schule. Zu diesem Zeitpunkt habe ich absolut keine Ahnung, was ich denken soll, doch ich habe auch gar keine Zeit länger darüber nachzudenken oder Vorurteilen Raum zu geben.

Es geht sofort los, und ich stelle fest, dass ich mir diese Einrichtung anders vorgestellt habe. Ich werde herumgeführt. Alles ist sehr aufgeräumt, sauber, organisiert und vor allem riesig. Verwaltung, Café, Bereiche für Textilien, Medien, Haushaltswaren, Wäscherei, Fundus und vieles mehr. Auf etwa 800 qm findet man wirklich alles, für ganz kleines Geld. Ich fühle mich ein bisschen wie auf einem großen Trödelmarkt, nur aufgeräumter und mit gestapelter, gespendeter Second-Hand-Ware in Regalen.

Begegnung mit Angestellten

Ich werde neugierig und werde den Angestellten des Kaufhauses vorgestellt. Die meisten von ihnen sind ehemalige Langzeit-Arbeitslose, die hier nun als "1,50-Euro-Jobber" arbeiten. Viele von ihnen haben jahrelang nicht gearbeitet und bekommen hier eine zweite Chance auf einen Beruf oder sogar eine Ausbildung (etwa zum Verkäufer bzw. zur Verkäuferin). Aber nun, los gehts: Ich will mit anpacken, und tatsächlich gibt es einiges zu tun.

Ich werde dem Textil Bereich zugeteilt und helfe, wo ich kann. Kleidung aus der Wäscherei heraussuchen, etikettieren und sortieren. Im Laufe des Tages werde ich lockerer, spreche zunehmend mit den unterschiedlichsten Menschen und bin beeindruckt, was für interessante Geschichten ich zu hören bekomme.

Kein Platz für Vorurteile

Der Vormittag vergeht wie im Flug, und als ich mich verabschiede, lächel ich. Nicht, weil ich freundlich sein möchte, sondern einfach weil ich nicht anders kann, denn: Das Kaufhaus Remscheid ist ein Ort der Begegnung und dies nicht nur für Menschen mit kleinem Geldbeutel. Vorurteile haben dort keinen Platz, man begegnet einander mit Toleranz und Respekt und dies mit einer Selbstverständlichkeit, die faszinierend ist!

Info: Das Kaufhaus Remscheid ist montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr und samstags von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: Remscheider General-Anzeiger, X-Ray

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